Pernitz

Literaturcafé
Beiträge die von Literaten gebracht worden wärenAn der Myra v.Rudolf Fleischmann

Es rauscht – Des Wossa üba de Felsen saust,
moil hin, moil her noch unten braust.
Oft büldets klane Becken zwischen de Stana,
und Wossafoill gibt’s bold groß, bold klana.
Wauns launge rengt do schiast’s in Massen,
do kauns de Schlucht oft gor net fassen.
Do kaun ma Weg und Bruckn net passieren,
daun is vorbei mit dem Durchmaschieren.
Oft is a leida umgekehrt, ka Wossa fost,
do is recht enttäuscht daun a jeda Gost.
Doch meistens is a Sensation fia jeden,
es kuman Araber, Inder und a Schweden.
Aus oller Wöld in Massen kuman do de Leit,
der Wirbel maunche Einheimische net gfreit.
De Auto von de vüllen Leit vastön den gaunzen Ort,
drum gfrein se vüll, sans Obends wida fort.
Manch Sage wird von dera Gegend do erzöhlt,
von Zwergen, Riesen und dem Berg der ausgehöhlt.
Do drinnen sei ein See und Schätze ohne Zahl,
a Bacherl kommt heraus und fließt durchs Tal.
Die Myra wird der Bach seit langer Zeit genannt,
für mich ganz sicher der schönste Platz im Land.

Von der Steinwandklamm zu den Myrafällen v. Juliane Loydold
Mei Mo woa auf Kur und i woa daham,
do denk i, i geh heit in d’Steinwandklamm.
I pock mei Ränzl und foa noch Furth,
von duat gibt’s an Aufgong zum g’wünschtn Uat.

I hatsch hoit auffe mit Keich und Schwitz
und kumm schlussendlich zum Jagasitz.
Von duat is zum Tüaknsturz goa net weit,
i kreu auf de Leitern voi Lust und Freid.

Und jetz hob i’s g’schofft, gfrei mi wia a Kind,
so gonz ohne Aufpassa woa i jo g’schwind.
De Aussicht von duat is jo a Hit,
so wüdromantisch, des reisst an mit.

Donn hob i mi wieda auffegschwitzt
auf a guats Jauserl zum Jagasitz,
do foit ma ei, do warn gonz in da Näh
net weit zum Kraxln de Mirafö.

I reiss mi zamm und renn duach den Woid,
vuasichtig, wei ma leicht obafoit,
an richtigen Weg hob i net gfundn,
so hob i mi irgendwie runtagschundn.

Auf amoi hea i a Tosen, a Rauschen –
i hob stehbleibn miassn und andächtig lauschen.
I steig obe den Fösn, drunt de Kroft der Natur,
des woa für mi Glückseligkeit pur.

Do zischts und rauschts, es tost und es riacht –
i schliaß de Augen und siach mei inneres Liacht.
I find mei eigene Mittn und tua meditiern,
den Hergott konn i gonz stoak in mia gspian.

Am Hoamweg woa i voi Energie –
so schnö woa i bei mein Auto no nie.
Und wia i so hoamfoa, hob i glicklich mia denkt:
Wos hot mia da Hergott füa a Hoamatl gschenkt.

Unsa Muggendorf an der Myra v. Juliane Sumesgutner
Vorgetragen v. Franz Grossmann

Von Muggendorf es liabm Leit,
do is in`d Stådt schau gaunz schei weit.
Då miaß ma do gaunz ehrli sågn,
dass mia de Tåtsåch nit beklågn.
Denn mia håbm då a ruhigs Lebm,
an Wåld und guate Luft danebm.
Do håt mih g`frågt a kloana Bua,
„Wos g`heat zu Muggendorf dazua?“
Nau do gehst üba d`neiche Stråssn
und Muggendorf muaßt links liegn låssn.
Vorbei am Myra Wåssafåll,
daunn bist schau dromb im scheinan Thål.
In Thål då wauhnan schau vül Leit,
denn bis zum Myraloch is weit.
Der Azn Gråbm der g`heat a dazua
und Greuth und Purbåch liaba Bua.
Und a de Berg rund umadum,
geh am Hausberg und schau dih um.
Nua Årbatsplåtz gibt’s nit recht vüh,
då is hoit Pernitz uns Zühl.
Und håst amoi a Årbat g`fundn,
mit`n Auto bist jå recht schnöll untn.
Und nåch da Årbat bist a g`schwind,
auf d`Nåcht dahoam bei Frau und Kind.
Waunnst zruckschaust auf de Dreissga Joahr,
kimmst drauf daß då gaunz aunascht woar.
Denn dåmåls woa fia an jedn Mau,
sei Årbatsplåtz in Wåld hindau.
Und obs a gregnt håt oda g`schnibm,
er is bei seina Årbat bliebm.
De Hoilzknecht de hobm Scheita gmåcht
und g`werkt von da Friah bis in`d Nåcht.
Und Pecha håt`s ah mehra gebm,
waunnst muast va dera Årbat lebm,
då hoaßts recht fleissi Pech zaum trogn
und nit noch Årbatsstundn frågn.
Der Kohla håt sei Årbat g`mocht,
hot oft im Hittal übanocht.
Håt aufpasst das des Hoilz schei gliaht
und das der Stoss mit brennat wird.
Und waunn de Hoilzkohln firti woar,
haums sa`s g`fiaht bis Wean sogår.
De Bauan dearf mah nit vagessn,
se san schau ålle oid eingsessn.
De Hauptsåch, des is eahna Woid,
fias Troadbau is a wengal z`kålt.
Denn wisst`s dea Schneeberg scheangl uma,
bringt kühle Liftal a in Summa.
Des Bachal „Myra“ is zwoa schmoi,
und gluckst von Myraloch ins Thål.
Doh friahra håts drei Sogn betriebm,
nua oane is noh übabliebm.
So ändat sih ois Joah fia Joah
und bleibt nit so wias friahra woar.
Nua d`Jaga gehgan durchn Wåld,
genau wia frihra, s`Bixal knållt.
Und so wia frihra kemman d`Herrn
und jågn in Muggendorf recht gern.
Wer wissen wüll ob des ois stimmt,
der måcht sih hoid am Weg und kimmt.

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