Schrattenbach

Literatenstadl und Kunst im Atelier Sandhofer
Da die Veranstaltung am 28.03.2020 aus bekannten Gründen nicht stattfinden konnte, sende ich hiermit einen kleinen Auszug aus meinem Programm.Mein Name ist WALTER JAWORSKI, ich bin 1952 in Meidling geboren, aufgewachsen zur Schule gegangen und habe bis zu meinem zwanzigstem Lebensjahr auch dort gewohnt. Ich habe immer einmal in der Woche die Eltern in Meidling besucht, und zwanzig Jahre später, nach dem Motto zurück zu den Wurzeln täglich meinen Dienst bis zu meiner Pension dort versehen.
Darum kenne ich den Bezirk so wie sich nur mehr wenige Personen daran erinnern können. In einem Fernsehbericht haben JAKOB SEEBÖCK und ROMAN GREGORY VOM ALTEN Meidling berichtet, das für mich schon das veränderte neue Meidling war, da ich ja zwanzig Jahre älter bin.
Und nun zwei kurze Geschichten von ANTON KRUTISCH der in Meidling in der Niederhofstraße gewohnt und gewirkt hat.

DER ADAM
A Fuaßballer in der Kabin
steht beim Umziagn pudlnackert drin,
de andern san scho auße g`hutsch,
nur er hat si zu lang geduscht
und trocknet langsam si erscht o,
drum steht er jetzt non ackert do.
In dem Moment kummt ganz genau
dazua vom Platzmaster de Frau,
sie wollt de Schmutzwäsch wegatuan
und siecht den Adam grad von vum
Der halt si seine händ schnell vur
und schreit: >> Machen S` de Augn zua!
Was S`jetzt bei mir gsehgn habm, leid, dazöhln S`do hoffemtlich net eiter! <<
Drauf sagt die Frau: >>Habm S`nur ka Furcht,
i hab ja ganz was anders gsuacht,
Was i gsehgn hab, wer i net verbreitn,
es warn ja eh nur Klanigkeiten!<<MEI MEIDLING
Ob zuagrast oder dågeburn-
obsts immer wå oder erst wurn:
A Meidling bist wia da wöl
auf jeden Fåll mit Leib und Söl.
`sis a ka Wunda, liaber Freind; wos uns in dem Bezirk vereint
is des, weu in der ganzen Stådt,
was mir so håm,
sunst kana håt.

Wo håms denn scho, so fråg i di,
so wia bei uns – an Tivoli?!
Und di Geschichte, wos ma håt:
Bei uns håm scho die Römer badt!
Auch heute kann noch an den Thermen
der müde Meidlinger sich wärmen;
und sitzt der Rheuma in den Knochen,
dann läßt du dich im Schwefel kochen…
Auch modisch sind wir sehr entfacht-

Bei uns wird immer Mode gemacht;
Gehst du am schönen Schloß vorbei,
hörst ständig du den letzten Schrei…

Dabei ist Hetzendorf sonst still,
weils doch ein Dörfchen bleiben will..
genau wie unser Altmannsdorf,
das ländlich bleiben will – und dårf.
Denn wo gibt es noch einen Schatz
wie den verträunten Khleslplatz?!-
Vom grünen Berg zum Tal der Wien,
so zieht sich unser Meidling hin.
Nach Ostern bis zum äußern Gürtel
gibt’s freilich noch manch graues Viertel;
doch uns gfållt Meidling, so wias is –
a Stückerl hålt vom Paradies.
Felix Kerl

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